Die Blutegeltherapie in der Praxis

Vor Durchführung einer Blutegeltherapie sind ein paar Dinge zu beachten.

Da Blutegel kleine Gourmets sind, die das reine Blut ohne „Würze“ zu verspeisen wünschen, dürfen ein paar Tage vor der Behandlung keine Salben oder Shampoos am zu behandelnden Tier verwendet werden. Auch die Gabe von Wurmmitteln oder anderen chemischen Arzneien vor der Behandlung bringt die Egel u.U. dazu, ihre Mahlzeit zu verweigern. Da die Egel Stress nicht mögen, sollte die Möglichkeit bestehen, eine Behandlung in Ruhe durchführen zu können. Dazu bevorzuge ich die Mittags- oder späten Abendstunden, wenn in den Ställen Ruhe einkehrt und auch die Kleintiere ihre Nickerchen machen.

Die Dauer einer Therapiesitzung ist abhängig von der Dauer des Saugaktes. Diese kann zwischen 5 und 60 Minuten liegen. Ich bleibe grundsätzlich bis zum Abfallen des Egels beim Patienten.

Nach Durchführung der Blutegeltherapie bluten die Bissstellen unterschiedlich lange nach. Bei Hund und Katze kann die Nachblutzeit bei 12 Stunden liegen, beim Pferd ist sie deutlich kürzer.

Wichtig ist, diese Nachblutung nicht mit einem Druckverband zu stoppen, da dann Sinn und Zweck der Behandlung verfehlt sind und beim Tier gesundheitliche Probleme auftreten können!

Setzt man Blutegel innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der Symptome einer akuten Erkrankung ein, reicht oft schon eine Behandlung mit Blutegeln aus um eine Besserung bzw. anschließende Heilung zu erzielen. Bei chronischen Erkrankungen muss man mit 3 bis 4 Behandlungen im Abstand von 4 bis 7 Tagen rechnen.

© Meike Schriever-Scholz (Kopie der Seite nur mit ausdrücklicher Genehmigung)